{"id":1709,"date":"2021-11-16T15:22:15","date_gmt":"2021-11-16T14:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/ssvalais.ch\/verein\/geschichte-des-gsw\/les-sourds-et-la-vie-socio-professionnelle\/"},"modified":"2022-01-24T10:22:45","modified_gmt":"2022-01-24T09:22:45","slug":"die-gehoerlosen-und-das-sozioprofessionelle-leben","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ssvalais.ch\/de\/verein\/geschichte-des-gsw\/die-gehoerlosen-und-das-sozioprofessionelle-leben\/","title":{"rendered":"Die Geh\u00f6rlosen und das sozioprofessionelle Leben"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=&#8220;Geschichte des Geh\u00f6rlosenverein Wallis&#8220; font_container=&#8220;tag:h2|font_size:50px|text_align:center|color:%23000000|line_height:1.2&#8243; use_theme_fonts=&#8220;yes&#8220; el_class=&#8220;rst-heading-title&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1642584845709{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 45px !important;}&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row full_width=&#8220;stretch_row_content_no_spaces&#8220; el_id=&#8220;menu&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1640168850202{background-color: #f2f2f2 !important;}&#8220;][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1640168883470{padding-top: 35px !important;padding-bottom: 35px !important;}&#8220; el_class=&#8220;rst-custom-bg-menu&#8220;][vc_column_text el_class=&#8220;rst-menu-child&#8220;]<\/p>\n<ul>\n<li><strong><a href=\"\/de\/verein\/geschichte-des-gsw\/\">1. Worwort<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong><a href=\"\/de\/verein\/geschichte-des-gsw\/zeitachse\/\">2. Zeitachse<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong><a href=\"\/de\/verein\/geschichte-des-gsw\/die-gehoerlosen-und-das-vereinsleben\/\">3. Die Geh\u00f6rlosen und das Vereinsleben<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong><a href=\"\/de\/verein\/geschichte-des-gsw\/die-gehoerlosen-und-die-schule\/\">4. Die Geh\u00f6rlosen und die Schule<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong><a href=\"\/de\/verein\/geschichte-des-gsw\/die-gehoerlosen-und-der-sport\/\">6. Die Geh\u00f6rlosen und der Sport<\/a><\/strong><\/li>\n<li><strong><a href=\"\/de\/verein\/geschichte-des-gsw\/die-gehoerlosen-und-die-religion\/\">7. Die Geh\u00f6rlosen und die Religion<\/a><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row full_width=&#8220;stretch_row_content_no_spaces&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1634095062517{margin-top: 50px !important;margin-bottom: 0px !important;padding-top: 20px !important;padding-bottom: 20px !important;background-color: #ff0000 !important;}&#8220; el_class=&#8220;rst-box-note&#8220;][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1634032460801{padding-top: 0px !important;padding-right: 15px !important;padding-bottom: 0px !important;padding-left: 15px !important;}&#8220;][vc_custom_heading text=&#8220;5. Die Geh\u00f6rlosen und das sozioprofessionelle Leben&#8220; font_container=&#8220;tag:h3|font_size:50px|text_align:center|color:%23ffffff|line_height:1.2em&#8220; use_theme_fonts=&#8220;yes&#8220; el_class=&#8220;rst-heading&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1642584904844{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 0px !important;padding-top: 0px !important;padding-bottom: 0px !important;}&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row el_class=&#8220;max-width-940&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#8220;rst-custom-text ssv-histoire-h3&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1642584938108{margin-bottom: 50px !important;}&#8220;]Viele Ver\u00e4nderungen finden in der Sozial- und Berufsgeschichte der Geh\u00f6rlosen im Laufe des XX. Jahrhunderts statt.<\/p>\n<p>Bis Ende des XIX. Jahrhunderts denkt man, sie seien alle stumm, manchmal schwachsinnig, oder zumindest unf\u00e4hig, eine Ausbildung zu absolvieren und ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein. Sie werden oft \u00fcbersehen oder als Hirten oder Hilfsarbeiter f\u00fcr schwere k\u00f6rperliche Arbeiten eingesetzt.<\/p>\n<p>Um ihre Eigenst\u00e4ndigkeit zu erlangen, m\u00fcssten sie die Geb\u00e4rdensprache erlernen. Leider wird diese w\u00e4hrend eines ganzen Jahrhunderts in Europa unterdr\u00fcckt. Die Geb\u00e4rdensprache hat ihren Ursprung 1760 in Paris, als der Abb\u00e9 de l\u2019Ep\u00e9e eine Sprache der \u00ab methodischen Geb\u00e4rden \u00bb erfindet. Er versammelt vernachl\u00e4ssigte jugendliche Geh\u00f6rlose und erm\u00f6glicht ihnen die Weiterentwicklung und Vervollst\u00e4ndigung einer Sprache. Die \u00f6ffentlichen Vorf\u00fchrungen kommen sogar vor den K\u00f6nig.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css=&#8220;.vc_custom_1637071764345{padding-bottom: 50px !important;}&#8220;][vc_column][vc_single_image image=&#8220;890&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; alignment=&#8220;center&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row el_class=&#8220;max-width-940&#8243;][vc_column][vc_column_text el_class=&#8220;rst-custom-text ssv-histoire-h3&#8243; css=&#8220;.vc_custom_1642585068747{margin-bottom: 50px !important;}&#8220;]Sp\u00e4ter benutzt ein anderer Franzose, Ferdinand Berthier, die Geb\u00e4rdensprache, um junge Geh\u00f6rlose zu unterrichten und setzt sich f\u00fcr die Anerkennung der Geb\u00e4rdensprache ein. Mehrere Schulen werden daraufhin in ganz Europa und sogar in den USA gegr\u00fcndet. Von Deutschland her weht aber ein anderer Wind gegen die Geb\u00e4rdensprache : die gesprochene Sprache. F\u00fcr ihre Vertreter ist die gesprochene Sprache zur Gedankenbildung unbedingt notwendig, und muss daher vermittelt werden. 1880 findet der Kongress von Mailand statt, der ein tragisches Kapitel in der Geh\u00f6rlosengeschichte bildet. Die geh\u00f6rlosen Lehrer werden schlauerweise vom Kongress ausgeschlossen. Von 225 Teilnehmern sind nur drei Geh\u00f6rlose anwesend und haben keinen Dolmetscher. Damit triumphiert die orale Theorie, w\u00e4hrend die Geb\u00e4rdensprache in allen Teilnehmerl\u00e4ndern verboten wird, mit Ausnahme der USA und Grossbritannien. W\u00e4hrend eines Jahrhunderts werden Geb\u00e4rden massiv bek\u00e4mpft. Den meisten geh\u00f6rlosen Lehrern wird der Unterricht verboten, sie werden entlassen oder pensioniert. Geh\u00f6rlose Erwachsene werden manchmal von ihren Kindern getrennt, damit sie sie nicht \u00ab verseuchen \u00bb.<\/p>\n<p>Erst in den siebziger Jahren, nach vielen K\u00e4mpfen, wird die Geb\u00e4rdensprache wieder beachtet<br \/>\nund anerkannt. Es gen\u00fcgt jedoch, die positive Entwicklung der geh\u00f6rlosen Amerikaner anzuschauen, um die \u00dcberlegenheit der Geb\u00e4rdensprachmethode zu erkennen. 2005 wird die Geb\u00e4rdensprache endlich als Sprache anerkannt.<\/p>\n<p>Im Januar 1947 wird im Wallis die Benutzung der Geb\u00e4rdensprache in der Vereinszeitschrift Ephpheta diskutiert. Einige denken, dass sie \u00ab eine schlechte Angewohnheit sei, die man abschaffen m\u00fcsse \u00bb oder dass \u00ab fuchteln in der \u00d6ffentlichkeit Spott auf sich ziehe \u00bb.<\/p>\n<p>Im Institut von Bouveret wird die Geb\u00e4rdensprache verboten und streng unterdr\u00fcckt ; die Kinder werden bestraft und die H\u00e4nde von Ungehorsamen manchmal auf den R\u00fccken gebunden.<\/p>\n<p>Langezeit wird noch ein anderer sozialer Druck auf die Geh\u00f6rlosenwelt ausge\u00fcbt. Dieser betrifft den Wunsch geh\u00f6rloser Paare nach Kindern. W\u00e4hrend im Dritten Reich Sterilisationen an Geh\u00f6rlosen systematisch vorgenommen worden sind, ist es in der Schweiz schwierig, Statistiken \u00fcber die Sterilisation von Geh\u00f6rlosen zu erstellen. Es scheint, dass dies bis in die sechziger Jahre bei vielen verheirateten Paaren der Fall war. Eine Studie von 1943 zeigt, dass bei f\u00fcnfzig geh\u00f6rlosen Ehepaaren nur in vier F\u00e4llen eine Sterilisation offiziell angegeben wird, aber f\u00fcnfundzwanzig dieser Paare kinderlos geblieben sind, was auf eine vermutliche, nicht angegebene Sterilisationen schliessen l\u00e4sst. In einem Brief von 1947 bezeugen zwei Berner : \u00ab Der Gemeinderat hat mir empfohlen, mich unterbinden zu lassen, sonst kriegen wir die Heiratserlaubnis nicht. Trotz unseres Protestes mussten wir dorthin gehen. Ich musste im Spital unterschreiben ; wir h\u00e4tten so gerne ein Kind gehabt, es w\u00e4re unser Gl\u00fcck gewesen&#8230; \u00bb und \u00ab Am 21. M\u00e4rz 1946 habe ich im Spital ein Kind geboren, ich musste mich sterilisieren lassen, um keine weiteren Kinder zu bekommen. Die Gemeinde hat verlangt, dass ich ins Spital gehe. Der Gemeindepr\u00e4sident ist zu uns gekommen, wir wollten warten, dann hat mir der Arzt verboten, weitere Kinder zu haben. \u00bb<\/p>\n<p>Nach dem Krieg werden die Autos immer zahlreicher. Mit ihnen nehmen auch die Verkehrsunf\u00e4lle zu. 1947 wird in der Ephpheta die Frage gestellt, welche Gefahren der Verkehr f\u00fcr die Geh\u00f6rlosen bedeute. Herr Fracheboud spricht mit den Beh\u00f6rden und erreicht, dass das Geh\u00f6rlosen- und Taubstummenzeichen in jeder Fahrschule aufgeh\u00e4ngt wird, damit alle Fahrsch\u00fcler wissen, was dieses Zeichen bedeutet. Die Geh\u00f6rlosen m\u00fcssen dieses Zeichen tragen wenn sie Velo fahren oder sogar wenn sie zu Fuss unterwegs sind, um Unf\u00e4lle zu vermindern.<\/p>\n<p>Im Januar 1948, nach Vorst\u00f6ssen von Bef\u00fcrwortern, k\u00f6nnen sich Geh\u00f6rlose und Schwerh\u00f6rige gegen Unf\u00e4lle mit k\u00f6rperlichen Folgen bei der Winterthur Unfallversicherung versichern lassen.<\/p>\n<p>In den f\u00fcnfziger Jahren verbessert sich das soziale Leben und die beruflichen M\u00f6glichkeiten sind vielf\u00e4ltiger. Viele Walliser Geh\u00f6rlose finden Arbeit ausserhalb des Kantons, vor allem in der Uhrenindustrie.<\/p>\n<p>Im April 1952 wird in Bern die Freigabe des F\u00fchrerscheins f\u00fcr Geh\u00f6rlose beschlossen. Aufgrund von Erfahrungen in der Schweiz und im Ausland und positiven Gutachten im medizinischen Bereich, k\u00f6nnen auch weiterhin Fahrausweise f\u00fcr Geh\u00f6rlose ausgestellt werden. Unter folgenden Bedingungen : lernen mit einem diplomierten Fahrlehrer, strenge theoretische und praktische Pr\u00fcfungen, gr\u00fcndliche medizinische Abkl\u00e4rungen und der Bericht eines Facharztes \u00fcber die geistige Verfassung des Kandidaten.<\/p>\n<p>Im September 1955 finden in Bouveret Fortbildungskurse statt. Die Schwestern unterrichten und korrigieren praktische \u00dcbungen zu Mietvertr\u00e4gen, zur Er\u00f6ffnung eines Postkontos, wie Zahlungen beglichen und \u00dcberweisungen gemacht werden etc. Im Januar und Februar 1958 werden f\u00fcr die Mitglieder des GVW in Sitten Pflegekurse mit Material, das vom Roten Kreuz zur Verf\u00fcgung gestellt wird, durchgef\u00fchrt. Ein Interkantonaler Westschweizer Kurs f\u00fcr geh\u00f6rlose Lehrlinge wird 1961 organisiert.<\/p>\n<p>Aufgrund einer Anfrage des Schweizerischen Taubstummen Hilfsvereins beherbergt die Berufsschule Lausanne diesen Interkantonalen Westschweizer Kurs, an dem jeden Samstagmorgen mehr als dreissig geh\u00f6rlose Lehrlinge teilnehmen. Dieser Kurs wird von der Invalidenversicherung subventioniert. Viele Jugendliche bekommen so einen speziell angepassten Unterricht, dank Zeichnungen und modernen audio-visuellen Hilfsmitteln. Die Generalversammlung des Schweizerischen Taubstummenbundes findet am 9. und 10.<\/p>\n<p>Mai 1970 in Brig, mit der Teilnahme eines Vertreters der kantonalen IV teil. Ungef\u00e4hr f\u00fcnfzig Teilnehmer beteiligen sich an den Beschl\u00fcssen. Der Bund dr\u00fcckt seine Dankbarkeit gegen\u00fcber der Pro Infirmis aus, die ihren Sektor Instruktion und Bildung zu Gunsten der Geh\u00f6rlosen erweitert hat. Der Wunsch wird ge\u00e4ussert, dass das Fernsehen Programme mit Sendungen f\u00fcr Geh\u00f6rlose vorsieht.<\/p>\n<p>In Martigny findet 1972 die grosse Schweizer Premiere des \u00ab Geh\u00f6rlosen-Telefons \u00bb statt, mit einer praktischen Vorf\u00fchrung von zwei Telefonen, die mit Schriftverkehr funktionieren : der amerikanische Fernschreiber (TTV) und das Telescrit (TMS). Jeder kann es ausprobieren. Es ist m\u00f6glich, schriftlich nach Genf zu telefonieren und sich aus dieser Stadt anrufen zu lassen.<\/p>\n<p>Es gen\u00fcgt, die gew\u00fcnschte Telefonnummer auf der Drehscheibe zu w\u00e4hlen, den Schalthebel umzulegen und die Nachricht auf die daf\u00fcr vorbereitete Fl\u00e4che zu schreiben. Die Antwort kommt, sobald der Gespr\u00e4chspartner von Genf aus schreibt. Wenn ein Anruf kommt, leuchtet eine Lampe auf. Sobald der H\u00f6rer abgenommen und der Schalthebel umgelegt wird, kann die Nachricht direkt Zeile f\u00fcr Zeile gelesen und im Anschluss sofort eine Antwort geschickt werden. Die Handhabung ist einfach und der Preis f\u00fcr das Gespr\u00e4ch ist gleich hoch wie der einer normalen Telefonverbindung. Die Installation eines TMS kostet Fr. 6&#8217;500.- und man ben\u00f6tigt zwei Apparate \u2013 einen Sender und einen Empf\u00e4nger.<\/p>\n<p>Die ersten Geb\u00e4rdensprachkurse werden 1978 in verschiedenen Westschweizer St\u00e4dten, darunter Sitten, organisiert. 1982 nimmt Marie-Louise Fournier drei Tage an einem Seminar in Paris teil, dann drei Wochen an der Gallaudet Universit\u00e4t in den USA. Diese Praktika zeigen, wie wichtig eine Ausbildung in Geb\u00e4rdensprache ist. Dies f\u00fchrt 1983 zur Gr\u00fcndung des Westschweizer Vereins f\u00fcr den Unterricht in Geb\u00e4rdensprache (ASRELS), pr\u00e4sidiert von Danielle Revaz. Dank Dolmetschern werden die Geh\u00f6rlosen unabh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>1980 bekommt Michel-Alain Beney sein Jagdpatent. Er ist der erste geh\u00f6rlose Walliser, der dies schafft.<\/p>\n<p>Eine Ausstellung mit dem Namen \u00ab des gens comme les autres \u00bb (Menschen wie andere auch), die den geh\u00f6rlosen Menschen gewidmet ist, findet vom 9. bis 14. November 1981 in der Placette in Monthey statt.<\/p>\n<p>Am 16. Oktober 1982 wird endlich am Fernsehen eine Sendung f\u00fcr Geh\u00f6rlose ausgestrahlt. Die Sendung mit dem Namen \u00ab \u00e9coutez voir \u00bb (sehen statt h\u00f6ren), mit einer halben Stunde Sendezeit, kommt dank vielen Vorst\u00f6ssen und Petitionen des ASASM und dem Schweizerischen Geh\u00f6rlosenbund zustande. St\u00e9phane Faustinelli ist der erste Moderator. Die Sendung informiert einerseits die Geh\u00f6rlosen und anderseits macht sie die Geh\u00f6rlosengemeinschaft bei den H\u00f6renden sichtbar.<\/p>\n<p>Die Sendung gibt es immer noch, aber sie heisst anders und die Inhalte sind angepasst worden. Sie heisst jetzt \u00ab Signes \u00bb (Geb\u00e4rden) und die Moderatoren \u00e4ussern sich ausschliesslich in Geb\u00e4rdensprache. Die Sendung kann auch mit Untertiteln angeschaut werden und wird mit einer Synchronstimme f\u00fcr die H\u00f6renden verst\u00e4ndlich gemacht.<\/p>\n<p>1983 werden f\u00fcr die Geh\u00f6rlosen wichtige Fortschritte auf dem Gebiet der Fernsehtechnologie erzielt. In der Westschweiz werden Tests f\u00fcr die Installation von TELETEXT durchgef\u00fchrt. Die Untertitelung der wichtigsten Informationssendungen ist f\u00fcr die Geh\u00f6rlosen notwendig. Dank massivem Kampf ist es m\u00f6glich, verst\u00e4ndliche Fernsehsendungen f\u00fcr die Geh\u00f6rlosengemeinschaft zu gew\u00e4hrleisten. So werden 1984 die ersten Sendungen in der Deutschschweiz untertitelt und 1985 auch in der Westschweiz.<\/p>\n<p>In den 80ern, verbessert sich das Berufsleben, die Berufe werden vielf\u00e4ltiger : Schriftenmaler, Zahntechniker, Zimmermann, Schreiner, Maschinenzeichner, Kauffrau, Tapezierer, G\u00e4rtnerin, Bildhauer, Drechsler, Bodenleger, Schlosser, Laborantin, Kaufm\u00e4nnische Angestellte, Fliesenleger (Pl\u00e4ttlileger), Baumaschinenf\u00fchrerin, Uhrmacherin, Schneiderin, Quilt-N\u00e4herin, Konditorin, Dekorateurin, Sportlehrer, Elektromonteur, Sanit\u00e4rinstallateur, Kunstschmied, Informatiker, Sekret\u00e4rin, Weissn\u00e4herin, K\u00fcnstlerische Gestalterin&#8230;<\/p>\n<p>Die erste Herztransplantation im CHUV bekommt ein geh\u00f6rloser Walliser ! Ciriaco Capone, 1987.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1988 wird zur Wahrnehmung der Rechte von Geh\u00f6rlosen eine Arbeitsgruppe f\u00fcr eine erweiterte soziale Arbeit gegr\u00fcndet, in der verschiedene Organisationen, Stiftungen und Behindertenverb\u00e4nde, unter dem Pr\u00e4sidium von Nationalrat Vital Darbellay mitmachen. St\u00e9phane Faustinelli wird als Vertreter der Geh\u00f6rlosen in diese Gruppe gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Am 3. Dezember 1991 bilden die Dolmetscher einen Verein in Lausanne. Es handelt sich um die Association des Interpr\u00e8tes en Langue des Signes AILS (Berufsverband der Geb\u00e4rdensprachdolmetscher BGD). Ziel dieser Gruppe ist die F\u00f6rderung und die Rechtfertigung des Geb\u00e4rdensprachdolmetscherberufs, die Organisation einer Weiterbildung f\u00fcr die Mitglieder und die F\u00f6rderung des nationalen und internationalen Austauschs in Geb\u00e4rdensprache.<\/p>\n<p>Im Februar 1993 wird das Walliser Gesetz von 1976 durch dasjenige von 1992 ersetzt. Es enth\u00e4lt Verbesserungen f\u00fcr behinderte Steuerzahler : Teilveranlagung f\u00fcr Einkommen aus IV-Renten oder der Altersvorsorge.<\/p>\n<p>1994 besteht Gilles Tschopp von Bluche die Wirtschafts-Matura an der Schule von Buissonets in Sitten und bekommt 1995 den Preis f\u00fcr berufliche Umschulung, welcher von der IV gestiftet wird.<\/p>\n<p>Allerdings steht erst ab 1996 ein Sozialdienst den Walliser Geh\u00f6rlosen zur Verf\u00fcgung. Nach f\u00fcnf Jahren Verhandlungen und Wartezeit, wird endlich, im September 1996 ein Sozialdienst f\u00fcr die Walliser Geh\u00f6rlosen in folgenden Hauptbezirken eingerichtet : Brig, Visp, Siders, Sitten, Martigny und Monthey. Die Sozialarbeiter, welche f\u00fcr die Geh\u00f6rlosen zust\u00e4ndig sind, absolvieren Geb\u00e4rdensprachkurse, um den Bed\u00fcrfnissen der Benutzer gerecht zu werden. Im Wallis gibt es drei Geb\u00e4rdensprachkursorte : Sitten, Martigny und Saint-Maurice. Die Kurse finden einmal pro Woche w\u00e4hrend eines Schuljahres statt.<\/p>\n<p>Ende 2001 f\u00fchren im Wallis drei Organisationen (GVW, Schwerh\u00f6rigenverein Wallis, Verein Eltern von Kindern mit H\u00f6rbehinderung) ein Projekt zur Sensibilisierung der H\u00f6renden f\u00fcr Geh\u00f6rlose und Schwerh\u00f6rige durch. Das Resultat dieser Arbeit ist die Ver\u00f6ffentlichung eines Plakats, das erkl\u00e4rt, wie man mit der geh\u00f6rlosen und schwerh\u00f6rigen Bev\u00f6lkerung kommunizieren soll. Dieses Plakat wird w\u00e4hrend der Weltwoche der Geh\u00f6rlosen in Martigny vorgestellt und soll dann an verschiedenen \u00f6ffentlichen Stellen, die einen Zusammenhang mit Gesundheit haben, ausgestellt werden, wie beispielsweise Spit\u00e4ler, sozial-medizinische Zentren und Gemeindeverwaltungen im franz\u00f6sischen Teil des Wallis.<\/p>\n<p>Im April 2004 steht den Geh\u00f6rlosen und Schwerh\u00f6rigen ein Notruf-Formular 144 zur Verf\u00fcgung, was in der Schweiz eine Premiere darstellt. Das Konzept wird vom GVW, dem Schwerh\u00f6rigen Verein franz\u00f6sischsprachiges Wallis sowie dem Verein Eltern von Kindern mit H\u00f6rbehinderung Wallis in erweiterter Zusammenarbeit mit dem kantonalen Rettungsdienst (organisation cantonale de secours OCVS) erarbeitet. Das Prinzip ist einfach ; es handelt sich um ein Dokument, das ausgef\u00fcllt und per Fax an die Nummer der Zentrale geschickt werden kann. Felder k\u00f6nnen angekreuzt werden, mit dem Ort des Unfalls, der Art der Verletzungen, dem Zustand des Opfers etc. Ein Alarm informiert sie dar\u00fcber, dass der Fax angekommen ist und ein Formular wird geschickt, das den Empfang des Hilferufs best\u00e4tigt und dar\u00fcber informiert, welche organisatorischen Massnahmen getroffen werden, um zu helfen. Der Service ist im ganzen Kanton Wallis in Betrieb und die Formulare sind beim OCVS erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Im Oktober 2004 besucht die Sendung Signes die Geh\u00f6rlosen im Wallis, zum Thema Rebbau : R\u00e9my und die Gebr\u00fcder Laurent und Marc-Andr\u00e9 Barras. Die Sendung wird am 24. Oktober und am 7. November 2004 ausgestrahlt.<\/p>\n<p>Fanny, ein junges geh\u00f6rloses M\u00e4dchen und eine Gruppe Walliser Jugendliche zeigen 2005 eine Musik- und Tanzvorstellung, in welche die Geb\u00e4rdensprache einbezogen wird. Es handelt sich um die Transkription des Liedes \u201esavoir aimer\u201c (wissen, wie lieben) von Florent Pagny, in Geb\u00e4rdensprache umgesetzt von Marlyse Beney und Mireille Montana.<\/p>\n<p>2006 wird der Film \u00ab plan-fixe \u00bb (fester Plan) in Geb\u00e4rdensprache Marie-Louise Fournier gewidmet. Im selben Jahr wird der Film, am 13. Mai 2006, als grosse Premiere an der Delegiertenversammlung des SGB-FSS in Bern gezeigt ; er l\u00f6st bei den Zuschauern grosse Emotionen aus.<\/p>\n<p>Im April 2011 widmet die Sendung Signes dem Dorf Ayent eine Reportage, in welchem mehrere Kinder von Geh\u00f6rlosen wohnen. Tats\u00e4chlich sind seit 1667 in der Gemeinde 112 Geh\u00f6rlose registriert. 1955 ist fast 3% der Dorfbev\u00f6lkerung geh\u00f6rlos. Die Zahl der Geh\u00f6rlosen in der Schweiz entspricht proportional etwa derjenigen der Nachbarl\u00e4nder, aber der Kanton Wallis hat dreimal so viele Geh\u00f6rlose wie der Nationale Durchschnitt.<\/p>\n<p>Dies wegen gewissen Haushalten, besonders in Ayent, wo Geh\u00f6rlosigkeit besonders h\u00e4ufig vorkommt (dreissig Mal mehr als der Durchschnitt). Die Blutsverwandtschaft ist nicht h\u00e4ufiger als anderswo und gen\u00fcgt nicht als Erkl\u00e4rung f\u00fcr dieses Ph\u00e4nomen. Es handelt sich wahrscheinlich um ein Gen, das im Laufe der Jahre mutiert ist. Die Frage besch\u00e4ftigt weiterhin die Forscher.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row css=&#8220;.vc_custom_1634954032193{padding-bottom: 70px !important;}&#8220; el_class=&#8220;back-wrapp&#8220;][vc_column][vc_btn title=&#8220;Zur\u00fcck zum Anfang der Seite&#8220; style=&#8220;classic&#8220; shape=&#8220;square&#8220; link=&#8220;url:%23menu&#8220; el_class=&#8220;rst-back-top&#8220;][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_custom_heading text=&#8220;Geschichte des Geh\u00f6rlosenverein Wallis&#8220; font_container=&#8220;tag:h2|font_size:50px|text_align:center|color:%23000000|line_height:1.2&#8243; use_theme_fonts=&#8220;yes&#8220; el_class=&#8220;rst-heading-title&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1642584845709{margin-top: 0px !important;margin-bottom: 45px !important;}&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row full_width=&#8220;stretch_row_content_no_spaces&#8220; el_id=&#8220;menu&#8220; css=&#8220;.vc_custom_1640168850202{background-color: #f2f2f2 !important;}&#8220;][vc_column css=&#8220;.vc_custom_1640168883470{padding-top: 35px !important;padding-bottom: 35px !important;}&#8220; el_class=&#8220;rst-custom-bg-menu&#8220;][vc_column_text el_class=&#8220;rst-menu-child&#8220;] 1. Worwort 2. Zeitachse 3. Die Geh\u00f6rlosen und das Vereinsleben 4. Die Geh\u00f6rlosen und die Schule 6. Die Geh\u00f6rlosen und der Sport 7. Die Geh\u00f6rlosen und die Religion [\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row full_width=&#8220;stretch_row_content_no_spaces&#8220; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":1664,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"class_list":["post-1709","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ssvalais.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1709","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ssvalais.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/ssvalais.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ssvalais.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ssvalais.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1709"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/ssvalais.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1709\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1981,"href":"https:\/\/ssvalais.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1709\/revisions\/1981"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ssvalais.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1664"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ssvalais.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1709"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}